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    Home»News & Aktuelles»Wassermanagement: Ressourcen und Kosten sparen
    News & Aktuelles

    Wassermanagement: Ressourcen und Kosten sparen

    1. Juli 2026
    Bild: ankenevermann / stock.adobe.com
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    Wasser ist im Alltag häufig selbstverständlich, kommt unbegrenzt aus der Leitung und viele denken nicht weiter darüber nach. Sie als Betriebsleiter sollten dem kühlen Nass mehr Aufmerksamkeit schenken, schließlich ist qualitativ hochwertiges Wasser ein wichtiger Baustein der Pferdegesundheit. Auf der anderen Seite ist das Wassermanagement eine zentrale Stellschraube in der zeitgemäßen Pferdehaltung, sowohl aus ökologischer als auch aus ökonomischer Sicht. Hier stellen wir das Wassermanagement für Sie mit dem Experten für Pferdeställe Klaus Hartmeyer (Sonntag Stallbau) in den Fokus.

    Wasser ist essentiell in der Pferdehaltung. Wie wertvoll der Umstand ist, dass es unbegrenzt aus der Leitung kommt und Tränken, Waschplätze und Beregnungsanlagen speist, kann man vor allem derjenige richtig schätzen, der wegen eingefrorenen Leitungen von Hand tränken musste. Wassereimer-Schleppen ist zwar ein exzellentes Workout für die Arme, aber doch recht ermüdend
    und hinsichtlich Arbeitswirtschaftlichkeit schlicht hoffnungslos. Zu einem gut durchdachten und zukunftsfähigen Wassermanagement gehört heutzutage aber mehr als nur frostsichere Leitungen und Tränken.

    Warum beschäftigen wir uns mit Wasser?

    Klaus Hartmeyer bringt nicht nur viel Erfahrung als Planer für Reitanlagen mit, sondern ist selbst in der Feuerwehr und im Brandschutz von Pferdebetrieben aktiv. Für ihn sind die steigenden Kosten ein Grund, warum Stallbetreiber sich mit dem Thema „Wasser“ auseinandersetzen sollten. „Das Wassermanagement spielt hier genauso eine Teilrolle wie alle anderen Verbrauchsgüter. Bei ständig steigenden Kosten in allen Bereichen ist es wichtig, jede Position zu überprüfen. Hier sollten sich Betriebsleiter die Frage stellen: Woher kommt eigentlich das Wasser für Tränken, Beregnung und Löschwasser? Wo kann ich optimieren?“ Kommt das Wasser der Waschplätze und zur Beregnung von Reithalle und Reitplatz aus der Trinkwasserleitung, kann das teuer für die Betriebskasse werden. Denn gerade an heißen Trainingstagen kann die Pferdedusche gerne mal länger ausfallen. Klaus Hartmeyer bestätigt: „Kunden verbrauchen gerne viel Wasser. Dabei können Pferdehufe genauso
    mit Regenwasser, das mit Zisternen gesammelt und in Filteranlagen gereinigt wurde, abgespritzt
    werden. Das gilt auch für Beregnungsanlagen.“ Für den Kunden sollte allerdings einsehbar sein,
    dass hier kein Trinkwasser verwendet wird. Der Experte empfiehlt deshalb beim Waschplatz eine
    entsprechende Beschilderung anzubringen. Um das eigene Wasserkonzept auf ein nächstes
    Level zu bringen, empfiehlt Klaus Hartmeyer folgende Fragen: „Soll Regenwasser ins Nutzungskonzept aufgenommen werden? Welche Einzelverbraucher könnten mit Regenwasser gespeist werden? Welchen Investitionsaufwand kann ich leisten? Wie hoch ist die zu erwartende Ersparnis?“ Das Thema Wasser könnte einige Betriebe in Deutschland vor allem in der Zukunft noch stärker beschäftigen. Denn wenn während Trockenperioden das Wasser grundsätzlich knapp wird, könnte der Verbrauch von Trinkwasser reglementiert werden.

    Regenwasser nutzen

    Je nach Region sollten Betriebsleiter sich über die geltenden Vorgaben zum Bau einer Zisterne informieren. Eine wichtige Voraussetzung, um Regenwasser in Zisternen sammeln zu können, bietet so gut wie jede Reitanlage und zwar große Dachflächen. Reithalle, Liegehalle, Stallgebäude oder Maschinenlager, meist gleich mehrere Gebäude, die dafür in Frage kommen. „Selbstverständlich scheiden spröde Asbestzementplatten als Dachmaterial aus, wenn es darum geht, Regenwasser zu sammeln. Außerdem sollten sich auf den Dächern keine Bewuchs-Rückstände sammeln“, nennt der Experte weitere Voraussetzungen. Eine weitere ist Platz. Grundsätzlich gibt es oberirdische und unterirdische Wassertanks, die zum Sammeln in Frage kommen. Bei der Planung spielt außerdem der Grundwasserstand eine Rolle. Sind entsprechende Rohrleitungen vorhanden oder können sie problemlos eingebaut werden, kann Regenwasser beispielsweise für Grauwasser, also das WC, den Spritzplatz oder die Beregnungsanlage eingesetzt werden. Spezielle Filteranlagen übernehmen
    die Reinigung des Regenwassers, sodass es optisch nicht von Leitungswasser zu unterscheiden
    ist. Übrigens birgt Regenwasser gegenüber Leitungswasser einen praktischen Vorteil, der Leitungen
    und Düsen zu Gute kommt: Es enthält keinen Kalk, sodass sich keine Kalkablagerungen bilden. Die
    richtige Dimensionierung einer Zisterne sollte in Abhängigkeit zum Bedarf des Betriebs und der Größe der Dachflächen erfolgen. Auch wie schnell sich eine solche Anschaffung amortisiert, ist sehr individuell. Regenwasser zu bevorraten, birgt einen weiteren Vorteil, wie Klaus Hartmeyer festhält: es kann im Brandfall auch als Löschwasser dienen.

    Löschwasserteich

    Im Brandfall muss die Feuerwehr ausreichend Löschwasser zur Verfügung haben. Ob ein Löschwasserteich verpflichtend ist, geht aus dem Fachbereich 4 vorbeugender Brand- und Gefahrenschutz, vorbeugender Umweltschutz der einzelnen Bundesländer hervor, erklärt Klaus Hartmeyer. Er führt aus: „Bei einem Bauvorhaben möchte das Bauamt immer eine Bestätigung haben, dass die benötigte Menge Löschwasser von mindestens 800 Liter/1.600 Liter in der Minute über zwei Stunden hinweg zum Löschen zur Verfügung steht. Das sind mindestens 96 – 192 m³.“ Für die Größe des Löschwasserteichs rät der Experte deshalb zu einem Mindestfassungsvermögen von 1.000 m³. „Die Wassertiefe sollte mindestens 2 m betragen. Zur Löschwasserentnahme muss ein Saugschacht, zumindest aber ein Saugrohr vorhanden sein, in Feuerwehr-Norm-Größe ‚A‘ Sauganschluss“, fügt der Experte hinzu. Außerdem muss die Saugstelle so angebracht sein, dass ein Feuerwehrfahrzeug aufgestellt werden kann. Als weitere Voraussetzungen nennt Klaus Hartmeyer einen begehbaren Weg um den Löschteich mit einer Mindestbreite von 1,10 m und eine klar erkennbare Beschilderung für die Entnahmestelle und den Löschteich selbst. Betriebsleiter sollten zudem regelmäßig überprüfen, ob die Wassermenge verfügbar ist. Organische Rückstände wie Laub oder Schlamm können zu Ablagerungen führen, welche die Wassermenge reduzieren. Die Instandhaltung des Löschteichs sollten Betriebsleiter nach Meinung des Experten nicht auf die leichte Schulter nehmen.
    „Wenn es im Außenbereich brennt und es keine ausreichende Löschwasser-Versorgung gibt, können die Folgen fatal sein“, warnt Klaus Hartmeyer, „von der Alarmierung bis zum Eintreffen der ersten Feuerwehrkräfte hat ein Feuer so viel Zeit, sich auszubreiten, weil auf Pferdebetrieben genügend brennbares Material vorhanden ist. Dann muss womöglich entschieden werden, Gebäude, die im Vollbrand stehen, mit Riegelstellungen um das Gebäude kontrolliert abbrennen zu lassen – zum Schutz von Menschen- und Tierleben.“

    Brunnen

    Der Gedanke ist naheliegend: Leitungswasser ist teuer, aber Wasser doch – je nach Region – einfach
    in der Erde zu finden. Warum nicht einen eigenen Brunnen bauen? Hier variieren die Regularien
    von Region zu Region und sind bei der örtlichen Behörde zu erfragen. Oftmals muss der Bau eines
    Brunnens bei der Wasserbehörde angemeldet oder sogar genehmigt werden. Je nach Region
    existieren Vorgaben zur maximalen Entnahme. Das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft nennt für den Bau eines 20-Meter-Flachbrunnens Investitionskosten von circa 10.500 Euro, wobei
    für Pumpen mit 50 m³/h weitere 4.700 Euro fällig werden. Soll der Flachbrunnen 40 m tief sein, nennt
    das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft exemplarische Kosten von 23.500 Euro. Eine Pumpe
    mit 150 m³/h kostet nach den dort vorliegenden Informationen 11.000 Euro. Auch für die Wasserzuleitungen kommen auf die Betriebsleiter Kosten zu.

    Tränkenwasser und Tränkentechnik

    Wer Brunnen- oder gesammeltes Regenwasser als Tränkenwasser verwenden möchte, sollte dieses in regelmäßigen Abständen prüfen lassen. „Zwar gibt es beim Tränkenwasser keine detaillierten rechtlichen Anforderungen, wie etwa im Fall von Trinkwasser für Menschen, aber einen Orientierungsrahmen bietet die futtermittelrechtliche Beurteilung der hygienischen Qualität von Tränkenwasser“, erklärt Klaus Hartmeyer. Bei den Tränken gilt selbstverständlich: „Sauberkeit und Hygiene sind oberstes Gebot. Die Tränkebecken sollten täglich kontrolliert und beispielsweise von Vogelkot, Staub und Pferdekot befreit sowie gereinigt werden.“ Tränken hygienisch einwandfrei zu halten ist nach Erfahrung des Experten nicht bei allen Modellen einfach. Er gibt zu bedenken: „Balltränken sind oft stark mit Bakterien belastet, da die Pferde Futterreste im Maul ins Tränkenwasser einbringen.“

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