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    Home»News & Aktuelles»ESCCAP informiert: Gegen einen Wurmbefall beim Pferd mit der richtigen Stall- und Weidehygiene
    News & Aktuelles

    ESCCAP informiert: Gegen einen Wurmbefall beim Pferd mit der richtigen Stall- und Weidehygiene

    31. März 2026
    Bild: rabbitti/stock.adobe.com
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    Pferdeställe und -weiden bieten Lebensraum für innere Parasiten wie verschiedene Würmer. Es besteht deshalb das Risiko, dass Pferde sich dort mit diesen Parasiten anstecken. Um dem vorzubeugen, finden Sie folgend einen zusammengefassten Leitfaden zur Hygiene im Pferdestall und auf der Weide. 

    Warum sind Stall- und Weidehygiene wichtig? 

    Die ansteckenden Entwicklungsformen parasitärer Würmer – also ihre Eier oder Larven – gelangen über den Kot des Pferdes in dessen Umgebung. Dort überleben sie oft viele Monate. Besonders gut entwickeln sich die Parasitenstadien bei milden Temperaturen und wenn es feucht ist, zum Beispiel nach Regen oder auf taunassen Wiesen. Selbst bei sehr ungünstigen Bedingungen ist es möglich, dass die infektiösen Stadien über Monate hinweg überleben. Als Folge besteht für Pferde in Stall- oder Weidehaltung ein hohes Risiko, sich mit parasitären Würmern zu infizieren. Unabhängig von der Nutzung kommen alle Pferde im Verlauf ihres Lebens mit Parasiten in Kontakt. Daher ist es wichtig, bei der Parasitenbekämpfung nicht nur auf eine zielgerichtete Entwurmung zu achten und Pferde regelmäßig zu entwurmen, sondern zusätzlich mit einigen Tipps und Tricks eine gute Stall- und Weidehygiene einzuhalten. Dabei ist jedoch zu beachten, dass Würmer bei Pferden trotz Wurmkur auftreten können. 

    Warum sind Parasiten für das Pferd gefährlich? 

    Parasiten wie Spulwürmer, Bandwürmer oder Pfriemenschwänze können bei Pferden zu erheblichen Symptomen führen und ihre Gesundheit stark beeinträchtigen. Zum Beispiel wandern die Wurmlarven von Strongylus vulgaris in Gefäßwände ein, die der Spulwürmer durch innere Organe wie die Leber oder Lunge. Das kann zu Blutgerinnseln, lebensbedrohlichen Koliken und schweren Organschäden führen. Daneben kommt es je nach Art des Parasiten und Stärke des Befalls unter anderem zu anhaltenden Darmentzündungen, Abmagerung, Kolik und Durchfall. Teilweise ist bei betroffenen Pferden lediglich ein geschwollener Bauch (Wurmbauch) zu erkennen (Spulwürmer). Ein passendes Entwurmungsmanagement ist daher unabdingbar. 

    Wie infizieren sich Pferde mit Würmern? 

    Die infektiösen Stadien parasitischer Würmer, nämlich deren Eier oder Larven, befinden sich in der Umwelt und gelangen bei der Nahrungsaufnahme oder durch die Körperpflege in den Verdauungstrakt der Pferde. Im betroffenen Tier entwickeln sie sich je nach Art über mehrere Larvenstadien bis zu erwachsenen (adulten) Würmern. Am Ende ihrer Entwicklung produzieren die ausgewachsenen Würmer zahlreiche Eier, die das Pferd mit dem Kot ausscheidet und die so in die Umgebung gelangen. In oder aus den Eiern entwickeln sich zunächst Larven, die ab einem gewissen Entwicklungsstadium infektiös, also ansteckend, sind. Manche Parasiteneier (z. B. die einer Bandwurmart) müssen, um ihre Entwicklung abschließen zu können, von einem Zwischenwirt (in diesem Fall Moosmilben) aufgenommen werden. 

    Welche Wurmarten kommen beim Pferd vor? 

    Im Verdauungstrakt von Pferden kommen unterschiedliche Wurmarten vor, die sich auf verschiedene Weisen entwickeln. Typische Wurmarten beim Pferd sind beispielsweise kleine und große Strongyliden sowie Spulwürmer, die zur Gruppe der Fadenwürmer (Nematoden) gehören. 

    Entwurmung beim Pferd und Resistenzen 

    Um Pferde möglichst vor einem Parasitenbefall und seinen möglichen Folgen zu schützen, sind regelmäßige Kotprobenuntersuchungen und Behandlungen mit einer Wurmkur für das Pferd (Anthelminthikum) empfohlen. Wie oft das Pferd eine Wurmkur erhält, sollte unter anderem angepasst werden an: 

    • Haltungsform 
    • Alter 
    • Wurmarten in der Pferdehaltung 

    Es ist ratsam, nicht nur stark verwurmte Pferde zu entwurmen, um die Gefahr von Infektionen im Bestand möglichst gering zu halten. Mit der passenden Wurmkur für das Pferd halten sich auch die Kosten der Behandlung in Grenzen. 

    Abhängig von der Region der Pferdehaltung und der Wurmart nehmen Resistenzen gegen Entwurmungsmittel zu. Das bedeutet, dass sich manche Wurmarten nicht mehr durch bestimmte Wirkstoffe bekämpfen lassen. Um der Verbreitung dieser Resistenzen entgegenzuwirken, ist es sinnvoll, eine Wurmkur beim Pferd zielgerichtet einzusetzen. So lässt sich außerdem das Risiko dafür verringern, dass Würmer bei Pferden trotz Wurmkur auftreten. 

    Wie oft muss man den Stall misten? – Die Stallhygiene beim Pferd 

    Der wichtigste Schritt in der Stallhygiene ist es, die Boxen regelmäßig auszumisten und die Stallgassen abzuäppeln. Im besten Fall erfolgt die Entfernung der Pferdeäpfel täglich, mindestens jedoch zweimal pro Woche. So lässt sich die Zahl der infektiösen Wurmstadien möglichst gering halten. 

    Da tägliches Ausmisten bei Tiefstreusystemen schwer umsetzbar ist, sollte man die Matratzenstreu mehrmals pro Jahr, mindestens jedoch einmal jährlich, vollständig austauschen. In diesem Zusammenhang ist es ratsam, die geleerte Box gründlich mechanisch oder mit Dampf zu reinigen. Mindestens einmal pro Jahr sollte eine Stalldesinfektion mit einem gegen Parasiten beim Pferd wirksamen Desinfektionsmittel erfolgen. Diesbezüglich kann man für den jeweiligen Fall und Stall tierärztlichen Rat einholen. 

    Das Stallklima als Teil der Stallhygiene 

    Da sich Wurmeier und Larven in warmer und feuchter Umgebung am besten entwickeln, spielt das Stallklima eine Rolle bei der Parasitenbekämpfung. In einer trockenen Umgebung überleben infektiöse Stadien deutlich schlechter. Maßnahmen wie 

    • eine gute Belüftung, 
    • regelmäßiges Entfernen nasser Einstreu, 
    • die Vermeidung von Feuchtigkeitsquellen wie undichten Tränken und 
    • der Einsatz von flüssigkeitsbindendem Pulver für die Stallhygiene beim Pferd halten den Stall möglichst trocken. 
    Die korrekte Art der Fütterung 

    Auch die Fütterung beeinflusst, wie gut sich Wurminfektionen vermeiden lassen. Pferde sollten ihr Heu möglichst nicht vom Boden fressen, weil sich dort häufig die Parasitenstadien befinden. Besser ist es, das Heu in Raufen oder anderen passenden hängenden bzw. hochgelagerten Futterstellen anzubieten. Außerdem sollten Tränken und Futterplätze regelmäßig komplett geleert, gründlich gereinigt und bei Bedarf desinfiziert werden. 

    Spezifische Maßnahmen gegen den Pfriemenschwanz beim Pferd 

    Bei einem Befall mit Pfriemenschwänzen (Oxyuris equi) hilft es, den Bereich des Afters und der Schweifrübe betroffener Pferde täglich mit warmem Wasser und einem milden Desinfektionsmittel zu reinigen. Anhaftende Eier lassen sich so entfernen und der Juckreiz durch das klebrige Sekret der Würmer lindern. 

    Wie desinfiziert man den Stall eines Pferdes? 

    Um einen Pferdestall wirksam zu desinfizieren, ist es nötig, ein geeignetes Desinfektionsmittel zu wählen. Eine Liste an geprüften und empfohlenen Mitteln wird von der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft (DVG) zur Verfügung gestellt. Darauf zu finden sind auch feste Desinfektionsmittel wie Pulver für die Stallhygiene beim Pferd. 

    Damit die Desinfektionsmittel richtig wirken, müssen folgende Herstellerangaben beachtet werden: 

    • Die Konzentration für die Stalldesinfektion beim Pferd 
    • Die Einwirkzeit 
    • Die Temperatur des Desinfektionsmittels sowie die Umgebungstemperatur 
    • Verwendung passender Geräte zum Aufbringen des Desinfektionsmittels 

    Zudem ist es wichtig, die Desinfektionsmittel nur auf saubere Flächen (ohne Mist und Dreck) aufzubringen, da sie sonst nicht richtig wirken können. Nicht jedes Desinfektionsmittel wirkt zuverlässig gegen Wurmeier. Deshalb ist es beispielsweise nicht sinnvoll, den Pferdestall mit Essig zu desinfizieren. 

    Wie kann ich meine Weide von Würmern befreien? 

    Weideflächen stellen ein großes Ansteckungsrisiko dar, da Pferde die Parasitenstadien beim Grasen aufnehmen, die zuvor mit dem Kot auf die Weide gelangt sind. Deshalb lohnt es sich, den Kot auf der Weide so oft wie möglich zu entfernen – je häufiger, desto geringer der Infektionsdruck. Am wirkungsvollsten ist es, die Weide täglich abzuäppeln. Spezielle Geräte wie Mist-Sauger erleichtern bei großen Flächen die Weidepflege. Diese Maßnahmen zur Pflege der Pferdeweide sind das ganze Jahr über, auch im Herbst, unerlässlich. 

    Dürfen Pferde im Winter nicht auf die Weide? 

    Viele ansteckende Stadien der Parasiten bei Pferden überleben auch niedrige Temperaturen, sodass eine Ansteckung selbst im Winter möglich ist. Durch gefrorenen Boden beispielsweise nehmen Pferde jedoch weniger oder kein Gras auf. Umstände wie Kälte, Glätte, eingeschränkter Trinkwasserzugang durch gefrorene Tränken und nährstoffarmes Weidegras stellen für die Pferde eher ein Risiko im Winter dar. 

    Landwirtschaftliche Maßnahmen auf der Pferdeweide 

    Folgende Maßnahmen können helfen, die Parasitenlast auf der Pferdeweide zu senken: 

    • Tiefes Pflügen von Paddocks – infektiöse Larven und Zwischenwirte (z. B. Moosmilben) überleben schlechter im Boden 
    • Regelmäßiges Wechseln von Weideflächen und Koppeln (z. B. Umtriebsweiden) 
    • Wechselnde Beweidung mit anderen Tierarten (z. B. Rindern oder Schafen) 
    • Reinigungsmahd und Frühjahrsschnitt von Geilstellen auf der Pferdeweide. An diesen Stellen haben Pferde vermehrt gekotet, und Parasitenstadien sammeln sich dort. 
    • Feuchte Stellen auf der Weide trockenlegen 
    Pferdemist als Dünger auf der Pferdeweide 

    Frischer Pferdemist ist als Dünger auf Weiden ungeeignet, da er Wurmstadien enthalten kann. Wenn eine Düngung mit Pferdemist trotzdem gewünscht ist, sollte dieser zuvor fachgerecht kompostiert worden sein. Entscheidend ist dabei, dass im Misthaufen ausreichend hohe Temperaturen von mehr als 40 °C über zwei Wochen oder höhere Temperaturen bis zu 70 °C entstehen, was die ansteckenden Parasitenstadien abtötet. Erreichen lassen sich diese Temperaturen beispielsweise durch Verdichtung und regelmäßiges Umschichten der Kompostmasse. 

    Kalkstickstoff 

    In manchen Betrieben wird im Frühjahr Kalkstickstoff als Dünger auf die Pferdeweide ausgebracht. Der Stoff besteht aus Calcium-Cyanamid, das bei Kontakt mit Wasser Cyanamid freisetzt. Als Folge wird zunächst durch die giftige Wirkung Unkraut zerstört, und auch Larven oder Eier einiger Weideparasiten lassen sich durch diese Maßnahme reduzieren. Der Dünger schadet zudem den Zwischenwirten einiger Parasiten. Außerdem wirkt Kalkstickstoff auf der Weide gleichzeitig der Bodenversauerung entgegen, und das Gras wächst dichter. Wichtig zu beachten ist, dass Pferde nach dem Kalken der Weide erst nach einer Wartezeit von zwei bis drei Wochen Zugang zur gedüngten Weide erhalten, sodass keine schädlichen Reste des Kalkstickstoffs mehr auf der Weide sind. Durch das Kalken der Weide gegen Würmer können jedoch auch Futterkräuter zerstört werden. Unter Umständen ist für eine Wirkung gegen Würmer außerdem eine höhere Dosierung des Kalkstickstoffs nötig, was zu einer weiteren Steigerung der Kosten führt. Grundsätzlich sollte das Kalken der Weide nur eine unterstützende Maßnahme sein und ersetzt keine angepasste Entwurmung des Pferdes. 

    Quarantäneregeln als Teil des Hygienemanagements 

    Jedes neue Pferd im Bestand, egal woher es kommt, sollte grundsätzlich zunächst getrennt in Quarantäne unterkommen und eine Entwurmung erhalten. Nach fünf bis sieben Tagen findet eine Kotuntersuchung statt, und es zeigt sich, ob das Pferd Parasiten hat. Erst nach einer erfolgreichen Behandlung und der Untersuchung, die keine Parasiteneier im Kot nachweist, darf das Pferd zu den Artgenossen und auf die Weide. Durch dieses Vorgehen reduziert sich das Risiko, neue Parasitenarten oder resistente Wurmstämme in den Betrieb einzuschleppen. 

    Eine weitere Möglichkeit zur Verringerung der Parasitenlast 

    Neben den üblichen Maßnahmen zur Parasitenkontrolle gewinnen alternative Ansätze an Bedeutung. In Australien und den USA gibt es bereits ein Produkt, welches den Pilz Duddingtonia flagrans enthält. In der EU ist dieses Ergänzungsfuttermittel noch nicht zugelassen, befindet sich aber aktuell im Prozess zur Zulassung. Der Pilz wird vom Pferd über das Futter aufgenommen, passiert den Darm und landet schließlich im Kot. Dort macht er einen Großteil der Strongyliden-Larven unschädlich, noch bevor sie auf die Weide gelangen und infektiös werden. 

    Langfristig führt das zu einem geringeren Wurmbefall beim Pferd und einer geringeren Belastung der Weiden. Der Pilz reduziert nur Parasitenlarven in der Umgebung und wirkt nicht als Entwurmung im Pferd selbst. Zu Beginn der Fütterung der Pilzsporen ist es ratsam, die Pferde zu entwurmen. Eine regelmäßige Kotprobenuntersuchung ist jedoch unverzichtbar, besonders bei einem Nachweis anderer Wurmarten wie dem Spulwurm oder dem Bandwurm, die zum Wurmbauch beim Pferd führen können. Dieser Ansatz könnte helfen, den Einsatz von Wurmkuren beim Pferd gegen kleine Strongyliden zu reduzieren und Resistenzen entgegenzuwirken. 

    Weitere Informationen zu Vorkommen, Biologie, Klinik, Diagnose und Therapie der wichtigsten gastrointestinalen Parasiten finden Sie in der ESCCAP-Guideline „Empfehlungen zur Behandlung und Kontrolle gastrointestinaler Parasiten bei Pferden und anderen Equiden“. 

    www.esccap.de

     

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